Sergio De Simone , ermordet in der Schule am Bullenhuser Damm

Edoardo De Simon aus Neapel wurde als italienischer Soldat von der deutschen Wehrmacht 1943 gefangen genommen und nach Dortmund verschleppt. Er war mit Gisellla Perlow verheiratet, sie war Jüdin. Sie hatten eine Sohn, Sergio, der am 29. November 1937 geboren war.

Auf Grund der Lage in Neapel 1943 zogen Gisella und ihr Sohn Sergio zu Verwandten nach Fiume nach Norditalien. In Fiume wurden der sechsjährige Sergio, seine Mutter und sieben weitere Familienmitglieder am 21. März 1944 verhaftet und in das Sammellager San Sabba bei Triest gebracht. Am 4. April 1944 wurden sie in das KZ Auschwitz deportiert. Sergio musste dort als Läufer arbeiten, bis er für die medizinischen Versuche in das KZ Neuengamme gebracht wurde. Am 20. April 1945 wurde in der Schule am Bullenhuser Damm ermordet.

Seine Mutter Gisella De Simone kam im Frühjahr 1945 in das KZ Ravensbrück. Hier erlebte sie die Befreiung, sie war sehr krank. Erst im November 1945 kehrte sie nach Italien zurück.

Dort traf sie ihren Mann wieder. Die Eltern suchten nach ihrem Sohn Sergio. Sie wussten ab Ende der 1940er-Jahre, dass er vom KZ Auschwitz in ein Konzentrationslager im Westen gekommen war. Edoardo De Simone starb 1964, ohne etwas über das Schicksal seines Sohnes erfahren zu haben. Gisella De Simone erfuhr 1983 von dem Verbrechen am Bullenhuser Damm und nahm am 20. April 1984 an der Gedenkfeier in Hamburg teil.

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