Hohe Bleichen 28, Oelwerke Julius Schindler

Die Oelwerke Julius Schindler setzen in ihrer Produktion in Wilhelmsburg ab 1943 auch italienische Militärinternierte bis 1945 ein. Aus einem Schreiben aus den 1940er Jahren geht hervor, dass es insgesamt 43 IMIs gewesen sein sollten. Das Unternehmen aus der Mineralölwirtschaft setzte seit dem Beginn des 2. Weltkriegs Zwangsarbeiter/innen aus verschiedenen Ländern ein. Dazu gehörten auch jüdischen Frauen, die seit Juni 1944 im Außenlager des KZ Neuengamme im Lagerhaus G festgesetzt waren. Tätig waren sie u.a. auch im „Geilenberg“-Programm, dass die angeschlagene Mineralölwirtschaft für Hitlers Krieg absichern sollte.

Der Unternehmenssitz war in den Hohen Bleichen 28, wo man heute noch der Schriftzug des Unternehmens sehen kann. Die Oelwerke Julius Schindler waren ein ehemaliges jüdischen Unternehmen.

1908 wurde die Handelsfirma Julius Schindler. Ab 1917 erwarb er mehrere Mineralölwerke und das Unternehmen firmierte als Oelwerke Julius Schindler GmbH. Schindlers Raffinerien stellten Schmieröle aller Art für die chemische, kosmetische und medizinische Industrie her. Der Firmensitz war seit 1920 das Kontorhaus Hohe Bleichen 28. 1927 gründete er die Tankschiffreederei Julius Schindler GmbH. 1938/1939 wurde Julius Schindler gezwungen, zu erst seine Immobilien und seine 51 Prozentanteile Oelwerke Julius Schindler an einen „Arier“, die Nerag, zu verkaufen. 1939/1940 erfolgte ein weiterer Raubkauf. Er musste die Tankschiffreederei Julius Schindler verkaufen.

Heute gehören die Oelwerke Schindler zum H&R Konzern.

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