Veranstaltungen aus Anlass des 8. September 1943

Aus Anlass  des 80. Jahrestages der Verkündung des italienischen Waffenstillstands mit den Alliierten am 8. September 1943 finden in Hamburg und Sandbostel verschiedene Veranstaltungen statt, wie ihr dem beiliegenden Flyer entnehmen könnt. Die Ereignisse des 8. September 1943 führten auch dazu, dass hunderte tausende italienische Soldaten gefangen genommen wurden und ihr “Nein” zur militärischen Zusammenarbeit mit der deutschen Wehrmacht sie zu Militärinternierten machte. Als Zwangsarbeiter wurden rund 15.000 von ihnen als Zwangsarbeiter in über 600 Unternehmen in Hamburg eingesetzt.

FÄLLT WEGEN ERKRANKUNG LEIDER AUS (Stand 30.08.2023)

5. September 2023, 18 Uhr„Herrenmenschen“ und „Badoglio-Schweine“Italienische Kriegsgefangene in Sandbostel und in Bremer Lagern

Vortrag von Prof. Dr. Christoph U. Schminck-Gustavus, Bremen, im Bernard Le Godais-Saal, Greftstr. 5, 27446 Sandbostel

Anlässlich des 80. Jahrestags des Waffenstillstands Italiens mit den Aliierten und der Ankunft der ersten italienischen Militärinternierten in Sandbostel, wird Christoph Schminck-Gustavus für einen Vortrag über das Schicksal und die Erinnerungen des italienischen Militärinternierten Attilio Buldini sprechen. Attlilio Buldini war zunächst im Kriegsgefangenenlager Stalag X B Sandbostel, und dann in drei Bremer Lagern interniert. 

6. September 2023, 19 Uhr Präsentation von zwei Büchern über italienische Militärinternierte in Hamburg

Veranstaltung im im Italienischen Kulturinstitut, Hansastraße 6, 20149 Hamburg

Im Rahmen der Veranstaltung werden zwei Neuerscheinungen zur Geschichte der italienischen Militärinternierten vorgestellt: Die erste Buch beinhaltet die deutsche Übersetzung der Tagebücher des ehemaligen italienischen Militärinternierten Marino Ruga (1920-2013), durch die wir ein authentisches Zeugnis der von den Nazis in Hamburg praktizierten Zwangsarbeit erhalten. Die zweite Präsentation betrifft eine deutsch-italienische Publikation des Comitee der Italiener im Ausland (COMITES) in Hannover, in der die Geschichten von zehn ehemaligen italienischen Militär-internierten, darunter Gino Signori (1912-1992), zusammengefasst sind, der in Hamburg inhaftiert war. Die Publikation ist das Ergebnis der Recherchen von Susanne Wald und Enrico Iozzelli. Moderation: Luciana Mella, Journalistin aus Düsseldorf, Gäste: Gianni Ruga, Susanne Wald

Die Veranstaltung wird von der IMI-Projektgruppe Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut Hamburg organisiert.

7. September 2023, 18.30 Uhr„Mit dem Hunger kann man nicht diskutieren“

Vorstellung des Tagebuchs von Marino Ruga auf der Elbinsel Kaltehofe am Kaltehofe Hauptdeich 6-7, 20539 Hamburg

Marino Ruga war einer von 214 italienischen Militärinternierten, die zwischen 1943 und 1945 bei den Hamburger Wasserwerken Zwangsarbeit leisten mussten. Nach seinem Tod 2013 fand sein Sohn Gianni Ruga sein Kriegstagebuch, in dem er auch über seine Zeit in Hamburg berichtete. 2021 veröffentlichte Gianni Ruga das Tagebuch seines Vaters unter dem Titel „Diario di un geniere. 1940-1945“. Nunmehr liegt die deutsche Übersetzung vor. Veranstalter: Hamburg Wasser

8. September 2023, 18 UhrKundgebung zur Erinnerung an die Schicksale der italienischen Militärinternierten in Hamburg vor dem damaligen Hafenamt in der Hamburger Hafencity, Osakaallee 12/14

Vor dem ehemaligen Hauptsitz von Strom- und Hafenbau (heute Hamburg Port Authority) findet die diesjährige Kundgebung in Erinnerung an die italienischen Militärinternierten statt. Strom- und Hafenbau setzte 124 Militärinternierte zur Zwangsarbeit ein. Daran wird während der Kundgebung am historischen Ort erinnert. Die IMI in Norddeutschland wurden über die Kriegsge-fangenenstammlager der Wehrmacht, wie z.B. aus Sandbostel, auf Unternehmen verteilt. In Hamburg waren 15.000 IMI in ca. 200 Lagern untergebracht. Sie waren in über 600 privaten und städtischen Unternehmen als Zwangsarbeiter eingesetzt: vor allem im Hafen, in der Bauwirtschaft und der Rüstungsindustrie. Veranstalter: Projektgruppe IMI Hamburg

10. September 2023,10 und 14 Uhr

Themenrundgänge anlässlich des 80. Jahrestages der Kapitulation Italiens in der Gedenkstätte Lager Sandbostel, Greftstraße 3,  27446 Sandbostel

Nach der Absetzung Mussolinis schloss die italienische Regierung am 8. September 1943 einen Waffenstillstand mit den Alliierten. Daraufhin nahm die Wehrmacht über 650.000 italienische Soldaten in ihrem Machtbereich in Gefangenschaft. Dabei kam es auch zu Massakern an den Soldaten. In Sandbostel und dem zugeordneten Zweiglager Wietzendorf wurden über 67.000 Militärinternierte von ihnen registriert und in allen Wirtschaftsbereichen zur Arbeit eingesetzt.

Kurzporträts ehemaliger italienischer Häftlinge des KZ Neuengamme ab 3. September 2023 im Web

Auf den zunehmenden Widerstand gegen die deutsche Besatzung, sowie das von Mussolini im September 1943 errichtete faschistische Satellitenregime, die „Repubblica Sociale Italiana“, reagierten die Deutschen mit äußerster Härte. Etwa 24.000 Menschen wurden aus Italien als politische Häftlinge in die NS-Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Die jüdische Bevölkerung war mit Beginn der deutschen Besatzung Italiens der Vernichtungspolitik ausgeliefert. Die Nationalsozialisten deportierten mehr als 9.000 italienische Jüdinnen und Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager. Unter den ca. 1200 Italiener_innen, die in das KZ Neuengamme eingeliefert wurden, befanden sich einige jüdische Häftlinge. Ab dem 3. September 2023 werden auf Instagram @neuengamme.memorial die Biografien von fünf ehemaligen Neuengamme-Häftlingen aus Italien vorgestellt.

Hier der Flyer zu den Veranstaltungen als pdf

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