Wie in den vergangenen Jahren findet aus Anlass des 8. September 1943 auch im diesem Jahr eine Kundgebung zur Erinnerung an die italienischen Militärinternierten in Hamburg statt. Es es waren 15.000 IMI von September 1943 bis Mai 1945.
Bezugspunkt ist dabei wie in den vergangenen Jahren ein Unternehmen, dass entweder IMI einsetze oder davon profitierte wie am Beispiel der Vermietung von Räumen für italienische Militärinternierte. Dieses Jahr geht es um Strom- und Hafenbau, heute HPA.

Die Aktivität wird immer zusammen mit dem betreffenden Unternehmen möglichst geplant und möglichst abgestimmt. Wir wissen: Die Form der NS-Zwangsarbeit wird von unserer Gesellschaft verurteilt und die Unternehmen, die sich mit uns daran beteiligen, bringen ihre klare Haltung dagegen zum Ausdruck.
Strom- und Hafenbau hatte 118 IMI, die an verschiedenen Orten eingesetzt wurden. Alle mussten in den Lagerhäusern am Dessauer Ufer leben. Ihre Arbeitsorte waren im Hamburger Hafen.

Das Hafenamt, wo die Kundgebung am 8. September 2023 stattfindet, war nicht nur der historische Unternehmenssitz der Strom- und Hafenbau. In der Dalmanstraße 1/3 war die Werkküche für die Zwangsarbeiter des Unternehmens in der NS-Zeit.

Die damaligen Verantwortlichen von Strom- und Hafen, setzten nicht erst am September/Oktober 1943 italienische Militärinternierte als Zwangsarbeiter:innen ein. Bereits mit Beginn des 2. Weltkrieges wurden sie vom Unternehmen eingesetzt.

Bereits mit Beginn der Machtübernahme der staatlichen Gewalt in Hamburg durch die Nazis wurden 1933 von Strom- und Hafenbau 164 Beschäftigte auf Basis des Gesetz zu angeblichen Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, aus dem Unternehmen entlassen. Das Gesetz darauf zielte darauf, die jüdische Menschen aus dem öffentlichen Dienst zu schmeißen wie auch Mitglieder der KPD, SPD und Andersdenkende.

Auf Grund der zentralen Rolle von Strom- und Hafenbau im Hamburger Hafen gab es im Prinzip kein Thema, an dem es in der NS-Zeit nicht beteiligt war, allein aus strukturellen Gründen. Ob es die „Arisierungen“ im Hamburger Hafen waren, nicht alleine von Werften oder Reedereien, den Bau von Zwangsarbeitslager, deren Einsatz oder deren finanzielle Abwicklung bei anderen Unternehmen, die Beteiligung an der Verschleppung jüdische KZ-Häftlingen u.a.m.

Die Kundgebung am 8. September 2023 beschäftigt sich mit den italienischen Militärinternierten, es geht nicht um die NS-Geschichte von Strom- und Hafenbau. Aber zum Verständnis des Themas wurde es auf der Web-Seite dargestellt werden wie es Hamburgs öffentliche Unternehmen wie z. B. Hamburg Wasser bewusst das Thema der IMI im Kontext zur NS-Geschichte stellen. Die HPA hat das in Vorbereitung des Austausch über die Kundgebung auch hervorgehoben, dass es diesen wichtigen Zusammenhang sieht.
