Maria Grazia Alemanno aus Turin verweilte heute still am Platz, wo ihr Vater, Adriano, seit Februar 1945, noch für einige Monate bis zur Befreiung als italienischer Militärinternierter in der „Jahnhalle“ leben musste.


Der Namen ihres Vaters im Zwangsarbeitslager an der damaligen „Großen Allee“, heute Adenauerallee am Hamburger ZOB, wurde erst vor wenigen Wochen gefunden. „Was müssen das für Lebensverhältnisse damals für ihn und seine Kameraden in der Ruinen der Jahnhalle gewesen sein? Aus einem Lager für 60 Personen wurde zum Februar 1945 eines für fast 500 Personen.“
Marc Schemmel, Abgeordneter (SPD) der Hamburgischen Bürgerschaft, begrüßte Maria Grazia auf italienisch: „Benvenuto!“ „Es muss ein besonderer Moment sein, dass Sie hier am Ort sind, wo Ihr Vater mit weiteren fast 500 italienischen Militärinternierten leben musste.“ Er betonte, wie wichtig Erinnerung an die NS-Zeit ist. Wenn wir uns der Geschichte bewusst sind, gestalten wir auch unsere Zukunft. Das Geschehene darf sich nicht wiederholen.


Er erzählte kurz auch über seinen Großvater, Herbert Schemmel, der seit November 1940 im KZ Neuengamme inhaftiert war und gehörte mit zu den letzten Häftlingen des KZ. Er konnte der SS auf einem Abtransport entkommen. 1948 gründete Schemmel die Arbeitsgemeinschaft Neuengamme mit und übernahm von 1974 bis 1997 deren Vorsitz.
Karla Fischer (rechts im Bild) von der Geschichtswerkstatt St. Georg hatte ein Bild von der Jahnhalle nach 1945 mit dabei und erzählte, dass der große Turnzahl in einzelne Abschnitte eingeteilt war, in dem Menschen lebten. Mitte der 1950er Jahre wurde die Turnhalle abgerissen.
