26. April 2024, 14 Uhr: Erster Stolperstein für italienischen Militärinternierten in Hamburg

Am Freitag, den 26. April 2024, wird um 14 Uhr vor dem Eingang von Hamburg Wasser, Billhorner Deich 2, ein Stolperstein für den ehemaligen italienischen Zwangsarbeiter Italo Carlini verlegt. Stolpersteine finden Sie auf vielen Gehwegen in Hamburg. Sie sind mit Messing überzogen und erinnern mit in dem Messing eingestanzten Namen und Daten an Menschen, die von den Nazis zwischen 1933 und 1945 ermordet wurden.

Italo Carlini war Soldat, stammte aus der im Mittelalter entstandenen Stadt Ferrara in der Emilia Romagna, die auch eine der ältesten Universitätsstädte Europas ist. Im September 1943 wurde er nach Deutschland verschleppt. Mit weiteren italienischen Militärinternierten wurde er im Lager auf dem Gelände der Hamburger Wasserwerke untergebracht. Italo Carlini starb am 20. März 1945 um 17.00 Uhr auf Höhe des Billhorner Deich 2. Er war einer von über 50.000 italienischen Zwangsarbeitern, die ihr Leben zu dieser Zeit verloren haben. Er wurde 23 Jahre alt.

Zwangsarbeiter – vergessene Opfer der NS-Zeit

Zwischen 1940 und 1945 wurden über eine halbe Million Menschen nach Hamburg verschleppt und zur Arbeit gezwungen – aus Ländern, die von der deutschen Wehrmacht besetzt waren. Den Hamburger Unternehmen fehlten die Arbeitskräfte, da immer mehr deutsche Arbeiter zur Wehrmacht abkommandiert worden waren. Wenn man sieht, dass heute 1,3 Millionen Menschen in Hamburg erwerbstätig sind, kann man sich leicht vorstellen, dass Hamburg ohne Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkrieges nicht funktioniert hätte.

Der erste Stolperstein in Hamburg für einen Zwangsarbeiter

Am 26. April 2024 verlegt Hamburg Wasser einen Stolperstein für Italo Carlini. Hamburg Wasser bekennt sich auch damit zu seiner Verantwortung, diese Menschen nicht zu vergessen. Zwangsarbeiter sind eine jahrzehntelang nicht beachtete große Gruppe von Menschen gewesen, die Opfer der NS-Zeit waren.

In Ihrem Stadtteil liegen Stolpersteine zum Beispiel vor der Ausschläger Allee 5, der Marckmannstraße 88 und 135, Billhorner Deich 6 und 89, der Billstraße 40, dem Vierländer Damm. Wer nicht „deutsch“ war, galt als minderwertig – die menschenunwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen wurden daher auch nicht in Frage gestellt. Überall in Rothenburgsort waren Lager geschaffen worden, um die Zwangsarbeiter unterzubringen. So das Lager der Hochbahn in der Billstraße, ein Lager von der Bahn im Billhorner Deich 76 oder das Lager von Siemens im heutigen Billhorner Mühlenweg.

Wir würden uns freuen, wenn Sie am Freitag, den 26. April, um 14 Uhr bei der Verlegung dabei wären. Die ehemaligen Zwangsarbeiter verdienen auch 80 Jahre nach ihrem Schicksal unser aller Aufmerksamkeit und Anteilnahme.

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