Presse-Info: Erster Stolperstein für einen italienischen Militärinternierten in Hamburg

Am Freitag, den 26. April 2024  wird in Hamburg der erste Stolperstein für einen italienischen Militärinternierten verlegt. Um 14 Uhr verlegen Ingo Hannemann, Geschäftsführer von Hamburg Wasser und David Michelut, italienischer Generalkonsul für Norddeutschland gemeinsam den Stein vor dem Unternehmenssitz am Billhorner Deich 2 in Hamburg-Rothenburgsort.

Italo Carlini wurde 1921  Ferrara/Italien geboren, im September 1943 als italienischer Soldat nach Deutschland verschleppt, wo er als Zwangsarbeiter bei den Hamburger Wasserwerken in Rothenburgsort eingesetzt wurde. Am 20. März 1945 kam vor dem Billhorner Deich 2 ums Leben

Die „Projektgruppe italienische Militärinternierte Hamburg“ engagiert sich seit Jahren um die Erinnerung an die NS-Opfergruppe. Nach der Kapitulation Italiens am 8. September 1943 und einem Waffenstillstand mit den Alliierten, wurden die italienischen Soldaten von der Wehrmacht gefangenen genommen. Wer sich weigerte, weiter an der Seite Deutschlands zu kämpfen, wurde als Zwangsarbeiter vor allem nach Deutschland verschleppt. „Das NS-Regime wollte ihren Status als kriegsgefangene Soldaten nicht anerkennen und machten sie zu Militärinternierten. Damit sollten für sie die Einhalt internationaler Konventionen nicht gelten“, sagt Jan Krüger von der Projektgruppe. 

„Bis heute sind sie wie die anderen NS-Zwangsarbeiter nicht entschädigt worden. Dafür treten wir politisch ein“, so Krüger weiter.

Hamburg, den 22. April 2024

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