Auf dem Karl-Möller-Platz an der Max-Brauer-Allee, wo die Fußballmannschaften von Teutonia 10 heute trainieren und ihre Spiele austragen, wo Schüler:innen Sportunterricht haben. befand sich bis 1945 ein Lager für Zwangsarbeiter, die nach Hamburg verschleppt und in Altona für Trümmerarbeiten eingesetzt worden waren.
Um was geht es?
Wir möchten auf ein Treffen hinweisen, das am Donnerstag, 30. Mai 2024 um 16 Uhr im Vereinsheim „Hütte“ des SC Teutonia von 1910 e.V.auf dem Karl-Möller-Sportplatz stattfindet, direkt vor Ihrer Haustür. Wir laden Sie herzlich dazu ein.

Was wollen wir?
Am 6. September 2024 findet auf den Diren-Dede-Platz vor der ehemaligen Viktoria Kaserne eine Kundgebung statt, die an die italienischen Militärinternierten (IMI) erinnern soll, die in diesem Lager lebten. Bei ihnen handelte es sich um Soldaten, die seit dem 8. September 1943 von der deutschen Wehrmacht gefangen genommen worden waren. Als sie sich weigerten, für Nazi-Deutschland zu kämpfen, wurden sie nach Deutschland verschleppt. Nach Hamburg wurden 17.000 italienische Militärinternierte verschleppt, die von Unternehmen bzw. der Stadt ab September 1943 unter Bewachung der Wehrmacht zur Arbeit gezwungen wurden.
Was war das für ein Lager auf dem Sportplatz?
Auf dem Sportplatz befand sich seit 1922 eine Jugendherberge. Nach dem Überfall Deutschlands auf Polen wurden immer Menschen in die Wehrmacht abkommandiert. Nach der militärischen Wende ab 1943 in der Sowjetunion und dem Vormarsch der Roten Armee wurden weitere Menschen an die Front geschickt. Jugendherbergen in Hamburg wie jene auf dem Sportplatz (damals Graf-Bose-Straße) oder in St.Georg, der Danziger Straße 31, standen leer. Die Stadt Hamburg übernahm die Gebäude und machte daraus Zwangsarbeitslager.
Wer war im Lager?
In dem Altonaer Lager lebten 152 italienische Militärinternierte. Sie wurden damals von der Stadtreinigung zu Trümmerarbeiten eingesetzt.

Bis heute keine Entschädigung und Anerkennung
Von 1939 bis 1945 gab es allein in Hamburg eine halbe Millionen NS-Zwangsarbeiter:innen, die aus den von Deutschland besetzten Ländern Europas stammten. Ohne sie hätte die Stadt nicht mehr „funktioniert“, weil Produktion und Versorgung zusammengebrochen wären. Die meisten NS-Zwangsarbeiter:innen erhielten um die Jahrtausendwende eine symbolische Entschädigung. Den IMI wurde das verweigert.
Wir können die Verfolgung, Vertreibung und Ermordung der Menschen in Hamburg während der NS-Diktatur nicht ungeschehen machen, aber wir tragen für unser heutiges (Nicht-)Handeln Verantwortung. Empathie, Solidarität und genaues Hinschauen sind mehr denn je gefragt. Wir leben in einem Rechtsstaat, der Demokratie und Freiheitsrechte sichert. Und doch werden Grundrechte massiv angegriffen; so wird etwa unverhohlen über „Remigration“ debattiert. Wir finden, dass wir uns deutlich gegen Ausgrenzung und Rassismus positionieren sollten.
Wir würden uns freuen, Sie am 30. Mai kennenzulernen.
Projektgruppe italienische Militärinternierte