Aus Anlass des 8. September 1943, dem Waffenstillstand Italiens mit den Alliierten, finden in Hamburg verschiedene Aktivitäten statt. Das Ereignis führte zum Gefangennahme der italienischen Soldaten und dem Status der „Militärinternierten“. In Hamburg soll an die NS-Zwangsarbeitergruppe erinnert werden.

Mittwoch, den 4. September 2024, 19 Uhr, ETV-Bundesstraße
Zwangsarbeit im Nationalsozialismus war in Hamburg alltäglich und sichtbar. Ein Großteil der deutschen Firmen setzte Zwangsarbeiter:innen ein. Verschiedene Orte und Gebäude wurden als Unterbringungslager umfunktioniert. Auf einigen von ihnen waren oder sind heute Sportstätten zu finden.
So war auf dem Sportplatz an der Max-Brauer-Allee zwischen Schnellstraße und Bodenstedtstraße 1944/1945 ein Zwangsarbeitslager für Italienischer Militärinternierte. Auch im Hamburger Volksparkstadion befand sich seit 1943 ein IMI-Lager.
Freitag, 6. September 2024, 17 Uhr, Diren-Dede-Platz, Bodenstedtstraße/Ecke Zeiseweg.
Auf dem heutigen Sportplatz, zwischen Max-Brauer-Allee, Bodenstedtstraße und Schnellstraße, gab es bis Anfang 1945 ein Lager für italienische Militärinternierte (IMI). Sie wurden als NS-Zwangsarbeiter von der damaligen Stadtreinigung für Trümmerarbeiten eingesetzt. Als Lager diente die Jugendherberge, die sich damals auf dem Platz befand, auf Höhe des Amtsgerichts an der Schnellstraße. Mit einer Kundgebung wollen wir an die vergessenen NS-Zwangsarbeiter auf dem Sportplatz erinnern:
Sonntag, den 8. September 2024, 15 Uhr, Falkenbergsweg 62
Am Sonntag, den 8. September 2024 wird um 15 Uhr am Falkenbergsweg 62 in Hamburg-Neugraben ein Stolperstein für den italienischen Militärinternierte Cosimo Guinta verlegt. Er dürfte der einzige italienische Militärinternierter (IMI) gewesen, der in Hamburg erschossen wurde. Ende April 1945 ermordete der Lagerleiter am Falkenbergsweg ihn, angeblich weil er Lebensmittel gestohlen hätte.
KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Ab dem 8. September 2023 werden auf Instagram unter @neuengamme.memorial die Biografien von vier ehemaligen KZ-Häftlingen aus Italien vorgestellt, die in Neuengamme oder Außenlagern des KZ ums Leben kamen.
Gedänkstätte Sandbostel
In der Gedenkstätte Lager Sandbostel ist nun dauerhaft die Ausstellung„Banditi e ribelli. Die italienische Resistenza 1943-1945″ zu sehen. Die Gedenkstätte lädt alle Interessierten herzlich ein, die Gedenkstätte und die Ausstellung zu besuchen.