Die Recherchen nach 80 Jahren zu den Tätigkeiten der italienischen Militärinternierten im Hafen wird heute durch die deren Enkel- und Urenkelkinder bestimmt, die sich nach deren Leben in Hamburg als Zwangsarbeiter erkundigen. Giuseppe Accordini sprach vom Entladen von Tabakschiffen. Bruno Luchetta erzählte vom vom Abtransport des Tabaks aus dem Lagerhaus G.
Aquilino Spozio, Erminio Fusa und Luigi Fusi überlebten nicht. Es gab nach der Befreiung über 1.000 Grabstellen von Italiener zwischen 1940 bis 1945 in Hamburg. Aktuelle Recherchen haben zu zwei weiteren IMI-Opfern aus dem Lagerhaus G geführt. Die meisten italienischen Zwangsarbeiter des GHB überlebten.
Mit den Enkelkindern von Giuseppe Accordini und Bruno Lucchetta kam es zu einem Gespräch. Hier die Eckdaten zu den beiden. Die kurzen Erzählungen aus den Gesprächen sind verlinkt.

Giuseppe Accordini war am 14. November 1916 in San Pietro in Cariano geboren. Von Beruf war er Bauer. Er gehörte zu den hunderttausenden italienischen Soldaten, die nach dem 8. September 1943 von der deutschen Wehrmacht gefangenen genommen wurde.
Giuseppe Accordini wurden erst nach Sandbostel, dem Kriegsgefangenen Stammlager XB in der Nähe von Bremervörde in Niedersachsen verschleppt. Sein Name erscheint ein weiteresmal in einem Schreiben des Gesamthafenbetrieb an das Hamburger Arbeitsamt im Herbst 1944.
Tagsüber war Giuseppe Accordini an verschiedenen Orten eingesetzt bzw. arbeite über den GHB bei verschiedenen Unternehmen im Hamburger Hafen. Sein Sohn erinnert sich: “Ja, mein Vater hat mir erzählt, dass sie ganze Tabakschiffe entladen haben und dann für eine Weile, er habe mit einer Familie in der Nähe von Hamburg gearbeitet, um Kartoffeln zu sammeln”

Bruno Lucchetta wurde am 16. Juni 1924 in Cimadolmo geboren und arbeitete als Landwirt. Als er vermutlich im Laufe des Jahres 1942 zur italienischen Armee eingezogen wurde, war er gerade 18 Jahre alt. Der Krieg und die Gefangennahme ab September 1943 änderte sein Leben grundlegend.
Zusammen mit rund 500 IMI arbeitete Bruno für den Gesamthafenbetrieb (GHB). Sie alle lebten im Lagerhaus G. Die ersten IMI in den Lagerhäusern erzählten, dass sie noch daran beteiligt waren, den Rest des Tabaks für den Abtransport auf Züge zu bringen.