Zur Verlegung der drei Stolpersteine vor dem Lagerhaus G am Dessauer Ufer auf Höhe F/G werden mehrere Plakate angebracht. Sie sollen die Teilnehmenden informieren und etwas über die Menschen, den Ort und die Umstände erzählen.

Am 12. November 2024 werden drei Stolpersteine für italienische Militärinternierte vor dem Lagerhaus G verlegt.

Die drei Namen für die Opfer unter den italienischen Militärinternierten wurden von der „Projektgruppe italienische Militärinternierte Hamburg“ für die Warteliste der Hamburger Stolpersteine vorgeschlagen und von denen in die Liste eingetragen. Die Projektgruppe hat sich um Patenschaften bemüht, die alle über den GHB kamen. Die Texte auf den Steinen und die Produktion erfolgte über Gunter Demnig.



Für Marketa Muellerova liegt seit mehreren Jahren ein Stolperstein vor dem Lagerhaus G am Dessauer Ufer in Hamburger Hafen. Sie gehörte zu den jüdischen Opfern aus dem KZ-Außenlager im Lagerhaus G. Die 1899 in Prag geborene Marketa Meisl starb hier am 27. Juli 1944.

Im Hamburger Hafen wurden ab 1939 zehntausende Zwangsarbeiter von den Unternehmen eingesetzt, zu erst für den Bau des geheimen Flughafen Finkenwerder, später auf den Werften und in der Hafenwirtschaft. Ab September 1943 wurden insgesamt 17.000 italienische Militärinternierte nach Hamburg verschleppt, die auch im Hafen arbeiten mussten.

Die drei Lagerhäuser am Dessauer Ufer sind drei baugleiche Bodenspeicher am Dessauer Ufer, die 1903 gebaut wurden. Jedes Lagerhaus verfügte über drei Böden und war durch Brandmauern in acht Sektionen untergliedert. Zu jeder Sektion gehörte land-nund wasserseitig je einbAußenaufzug mit Windhäuschen.

6.000 italienische Militärinternierte lebten im November 1943 den drei Lagerhäusern am Dessauer Ufer. Viele von ihnen wurde von hier in andere Gemeinschafts- oder Firmenlager verlegt.

Fast 500 IMI lebten im Lagerhaus G und wurden über den GHB in Hafenunternehmen eingesetzt. Im Lagerhaus G war auch ein Lager von AUG. PRIEN. Nachweislich lebten fast 2.000 IMI alleine in Lagerhaus F und mussten für andere Firmen außerhalb des Hafens arbeiten. Im Lagerhaus H (Höhe Sachsenbrücke) waren zum Schluss noch über 800 Zwangsarbeiter:innen aus der Sowjetunion.
