Wie erwartet, haben 25 Menschen an der Veranstaltung am 4. September 2025 zu den Kriegsgefangenen Bau- und Arbeitsbataillonen der Wehrmacht, in der italienischen Militärinternierten arbeiten mussten, teilgenommen. Andreas Ehresmann, Leiter der Gedenkstätte Sandbostel informierte über die Zwangsarbeit der kriegsgefangenen Soldaten im damaligen Wehrkreis X
– Für die Vermittlung von Kriegsgefangenen waren Vermittlungsstellen der Landesarbeitsämter und Arbeitsämter in den Stalags zuständig. Wer Kriegsgefangene beschäftigen wollte, hatte seine Anforderungen an das zuständige Arbeitsamt zu richten.
– Die Kriegsgefangenen wurden in so genannte Arbeitskommandos eingeteilt, die als Teile des Stalags immer dem Lagerkommandanten unterstellt blieben. Vor dem Eintreffen eines Arbeitskommandos wurde das zuständige Arbeitsamt benachrichtigt, damit ein Beauftragter die Kriegsgefangenen in Empfang nehmen und auf die einzelnen Arbeitslager verteilen konnte. DerReichsarbeitsminister hatte zu erst festgelegt, das Kriegsgefangene in Arbeits-kommandos mit einer Mindeststärke von 50 Gefangenen waren, was sich mit dem Kriegsverlauf änderte.
– Neben diesen Kriegsgefangenen Arbeitskommandos gab es reine Kgf.-Arbeitsbataillone (Kgf. Arb. Btl.). Sie kamen nicht in der kriegswichtigen Industrie Deutschlands zum Einsatz. Sie sollten der aufstellenden Wehrkreisverwaltung zur Verfügung stehen. Nach der dafür erstellten Anweisung umfasste ein Bataillon neben dem Stab drei Kompanien zu jeweils 200 Kriegsgefangenen, die möglichst gelernte Handwerker oder Bauarbeiter sein sollten.
– Die Bataillone wurden meist kompanieweise eingesetzt. Die einzelnen Kompanien waren dabei organisatorisch dem nächstgelegenen Stalag angeschlossen. Die meisten der Bataillone trugen einen Namenszusatz mit der Bezeichnung der jeweiligen Nationalität der Kriegsgefangenen.
– Weitere Formationen, in denen Gefangene arbeiteten, waren 31 Kgf.- Bau- Bataillone, 13 Bau-Pionier-Btl., fünf Hafenarbeiter-Abteilungen, sechs Glaser-Btl., acht Dachdecker-Btl., 34 Luftwaffen-Bau-Btl. und schließlich 72 Kgf. Nachschub-Bataillone.

Ehresmann stellte in Abrede, dass man kriegsgefangene Soldaten als Zwangsarbeiter bezeichnen könnte, da ihr Arbeitseinsatz durch internationale Konventionen geregelt war.
Susanne Wald erläuterte wie es zu dem Status der italienischen Soldaten als „Militärinternierte kam. Bonomo Gulberti war einer der IMI im Bau- und Arbeitsbataillon 201. Sein Enkel, Alessandro, sprach über die Erinnerungen seiner Familie an den Mann, Onkel und Großvater, was er über die Zeit in Hamburg zu Hause erzählt hatte.
Es war die erste Veranstaltung in Hamburg zu dieser besonderen Form der Zwangsarbeit der IMI in Hamburg. Die beiden BAB bestanden aus jeweils 1.000 IMIi, die in fünf Kompanie zu 200 Personen eingeteilt wurden, um kriegswichtige Aufgaben der deutschen Wehrmacht auszuführen. Bonomo Gulbertis BAB wurde von der Wehrmacht 1945 nach Düsseldorf abkommandiert.
Auf der Veranstaltung wurde deutlich gemacht, dass lediglich 20 Namen vom 2.000 IMI in den BAB bekannt sind. Die Forschung in Hamburg ist noch nicht einmal in der Lage, das „warum“ zu erklären. Ob es erklärendes im Bundesarchiv kann man nicht sagen, da deren Interesse an Aufklärung nicht gegeben sei, spekulierte ein Redner in einem Diskussionsbeitrag.