Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste, liebe Nachbarinnen und Nachbarn,
Ich freue mich, heute … zur Einweihung der Gedenktafel, die an die italienischen Militärinternierten – kurz IMI – , die hier Zwangsarbeiten leisten mussten, (zu Ihnen zu sprechen).
Dieser Sportplatz, auf dem heute Fußball gespielt und Schulsport betrieben wird, war in den Jahren von Ende 1944 bis Anfang 1945 ein Zwangsarbeitslager. In der damaligen Jugendherberge, die sich hier befand, waren 152 italienische Militärinternierte untergebracht.
Wer waren diese Männer? Es waren italienische Soldaten, die nach dem Waffenstillstand Italiens mit den Alliierten am 8. September 1943 von der deutschen Wehrmacht gefangen genommen wurden. Sie weigerten sich, weiter an der Seite Nazi-Deutschlands zu kämpfen. Daraufhin wurden sie nach Deutschland verschleppt. Um internationale Konventionen zu umgehen, verlieh ihnen Hitler den Status der „Militärinternierten“. Als Verräter diffamiert, wurden sie in den Lagern und Betrieben oft besonders schlecht behandelt, litten unter Hunger und unzureichender Unterbringung. Rund 60.000 von ihnen überlebten die Gefangenschaft nicht.
Die 152 IMI, die hier in Altona gefangen gehalten wurden, mussten vor allem Trümmerarbeiten für die damalige Stadtreinigung leisten. Später wurden einige von ihnen in Rüstungsunternehmen wie Menck & Hambrock verlegt. Ihre Arbeit war, wie die einer halben Million weiterer Zwangsarbeitender in Hamburg, essenziell für die Kriegswirtschaft und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Versorgung. Doch ihr Leid blieb weitgehend ungesühnt und ihre Anerkennung als NS-Verfolgte wurde verweigert.
Mit dieser Gedenktafel schaffen wir heute einen Ort der Erinnerung und des Gedenkens. Der Bezirksversammlung Altona ist es wichtig, dass wir in Altona Orte der Erinnerung schaffen. Sie erinnern uns an das, was gestern war. Sie erinnern an die Opfer und an das Unrecht, welches ihnen angetan wurde und geben ihren Angehörigen einen Ort des Gedenkens. Es ist unsere Aufgabe, uns weiterhin mit dem Unrecht und Verbrechen, die in Nazi-Deutschland stattgefunden haben, zu beschäftigen und dafür Sorge zu tragen, dass die Opfer des Zweiten Weltkriegs nicht vergessen werden.
Gedenkorte mahnen. Sie erinnern uns daran, wie wichtig es ist, dass wir uns für Demokratie, Vielfalt und Menschenrechte einsetzen. Sie erinnern uns daran, dass das Unmenschliche möglich ist und dass wir uns jeden Tag aktiv dafür einsetzen müssen, damit in Deutschland, damit in Hamburg und in Altona Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und antidemokratische Gedanken keine Resonanz haben. Ich freue mich daher sehr, dass in der Bezirksversammlung Altona darüber Einigkeit besteht und die demokratischen Fraktionen gemeinsam die Erinnerungskultur Altonas fördern. …
Vielen Dank, aufgrund ihres Einsatzes ist Altona um ein Erinnerungsort reicher.