40 Teilnehmende auf der Kundgebung am Bullerdeich am 8. September 2025

An der Kundgebung zur Erinnerung an die Zwangsarbeiter bei der damaligen Stadtreinigung in der NS-Zeit nahmen 40 Personen teil.

Der Geschäftsführer der Stadtreinigung AöR, Prof. Dr. Siechau, fand die richtigen Worte, um an die Menschen zu erinnern, die als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Er entschuldigte sich für das damalige Verhalten der Stadtreinigung in der Bauverwaltung gegenüber ihnen. In seinem Ausführungen sprach er über die Menschen aus den verschiedenen Ländern und erinnerte auch an den italienischen Militärinternierten, Luigi Corvi, der für die damalige Stadtreinigung arbeiten musste und 1945 um Leben kam. „Die Stadtreinigung Hamburg trägt eine besondere Verantwortung: Wir arbeiten die NS-Geschichte unserer Vorgängerorganisationen auf und erinnern an die Opfer. Die neue Tafel soll ein Ort der Mahnung, des Gedenkens und des Austauschs sein – gegen das Vergessen und für eine lebendige Erinnerungskultur.“

Rainer Hahn, Personalratsvorsitzende der Stadtreinigung, erzählte, wie er sich dem Thema angenähert hatte, da ihm das in der Dimenssion nicht bewusst war und mahnte wie sein Vorredner, dass wir Verantwortung haben, dass sich so etwas nicht wiederholt.

Anna María Sambuco, Präsidentin der ANEI: „Den 8.September heute in Hamburg zu begehen, und hierbei auch eine Gedenktafel vor einem der Unternehmen einzuweihen, in dem viele italienische Militätinternierte als Zwangsarbeiter eingesetzt waren, hat eine noch stärkere Bedeutung: Es ist ein Akt des gemeinsamen Gedenkens, der Versöhnung, aber vor allem des Aufbaus eines bewussten, gerechten und solidarischen Europas.“

Susanne Wald von der „Projektgruppe italienische Militärinternierte Hamburg“: „Die Zwangsarbeit von Zivilisten, Kriegsgefangenen sowie KZ-Häftlingen war zur Aufrechterhaltung der deutschen Kriegswirtschaft unabdingbar. Denn sie mussten den immer drastischen Arbeitskräftemangel, ausgelöst durch die Einberufung von Millionen deutscher Männer an die Front, ausgleichen. Die Zwangsarbeiterinnen schufteten in Industrie -auch in der Rüstungsindustrie, im Bergbau, im Handwerk, in der Landwirtschaft,aber eben auch in der öffentlichen Daseinsfürsorge.“

Im Anschluss an die Kundgebung wurde eine Erinnerungstafel der Öffentlichkeit übergeben.

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