8. September 2026, 16:25 Uhr, Moorfurthweg – 2. Station des Rundgangs zu Orten der NS-Zwangsarbeit am Goldbek-Kanal

Auf der Fläche zwischen Moorfurthweg, Poßmoorweg (bis zum Beginn der Goethe Schule) und dem Goldbek-Kanal war bis 1945 ein NS-Zwangsarbeitslager. Am 8. September 2026 organisieren wir einen Rundgang zu Orten der NS-Zwangsarbeit in Winterhude.

250 Zwangsarbeiter:innen waren im Lager Moorfurthweg

1942 wurde das Lager in Betrieb genommen. Bis 1945 wurden dort 250 Menschen kaserniert. Es waren Frauen und Männer aus der Sowjetunion und 29 italienische Militärinternierte. 

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Welche Unternehmen aus dem Viertel setzten die Zwangsarbeiter :innen aus dem Lager Moorfurthweg ein?

Es waren drei Unternehmen: Cochu aus dem Winterhuder Weg 62, Schülke & Mayr aus dem Moorfurthweg und Maihak aus der Semperstraße 26/32 (Info folgt am 03.09.2026). Bei Cochu wurden „Zug Zünder“ für die Wehrmacht gebaut, die in den so genannten S-Minen eingesetzt wurden, Sprengminen. Sie wurden von der deutschen Wehrmacht in den besetzten Gebieten eingesetzt, um ihre Besetzungen abzusichern. 

Schülke & Mayr produzierte für die deutsche Wehrmacht Desinfektionsmittel. Es hatte hatte damals ver- schiedene „Kriegslieferungs-Verträge, die der Versorgung der Wehrmacht mit zahlreichen Desinfektionsmitteln“ dienten. Die Produktionsmenge verdreifachte sich ab 1933 bis Kriegsbeginn. Den damaligen Ausbau des Unternehmens am Moorfurthweg ab 1940 begründete es u.a. mit der Umstellung auf die Kriegswirtschaft.  

Wer waren die italienischen Militärinternierten?

Als Italien im September 1943 einen Waffenstillstand mit den Alliierten abschloss, ließ die NS-Führung rund 650.000 italienische Soldaten entwaffnen und verschleppen. Um internationalen Schutzbestimmungen auszuweichen, verweigerte man ihnen den Status als Kriegsgefangene und erfand den Begriff der „Militärinternierten“. Als angebliche „Verräter“ wurden sie unter grausamen Bedingungen schutzlos zur Zwangsarbeit – auch hier in unmittelbarer Nachbarschaft – gezwungen. Zehntausende starben an Hunger, Entkräftung und Gewalt. In Hamburg wurden rund 20.000 IMI in mehr als 600 Betrieben eingesetzt.

Rundgang zu Orten des NS-Zwangsarbeit am Goldbek-Kanal

Am 8. September 2026 beginnt um 16 Uhr ein Rundgang auf Höhe des Poßmoorweg 46 zu den Zwangsarbeiter:innen in der NS-Zeit in Winterhude. Wir starten am „Lager Poßmoorweg“, über den Moorfurthweg, die Forsmannstraße, die Semperstraße und zur Barmbeker Straße bis zu Kampnagel.

Es wird inhaltlich um die Zwangsarbeitslager am Poßmoorweg, dem Moorfurthweg, der Schule Forsmannstraße oder der Jarrestraße 27 gehen. Thema sollen auch die Unternehmen werden, die damals die Zwangsarbeitenden ausgebeutet hatten wie bei Schülke & Mayr (gibt es heute noch) im Moorfurthweg (heute Goldbek-Haus), bei Maihak (gibt es heute als Teil der Sick AG) in der Semperstraße 24/26,  bei Hugo Pfohe (Ford) in der Barmbeker Straße 26/30 oder bei Kampnagel (gibt es nicht mehr) in der Jarrestraße.

Stationen des Rundgangs

16:00Poßmoorweg 46
16:25Moorfurthweg 2 und Goldbekhaus
16:35Goldbek-Haus. Moorfurthweg 9
16:45Schule Forsmannstraße 32/34
17:05Semperstraße 26
17:25Barmbeker Straße 26 
17:30Jarrestraße 27

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