Sebastiano Ziliotto aus Crespano del Grappa starb im KZ Neuengamme

Die deutsche Besatzung Italiens ab dem 8. September 1943 kostete bis zu 70.000 Italiener*innen das Leben. Mehr als 10.000 von ihnen wurden bei Massakern und Massenhinrichtungen durch deutsche Truppen ermordet. Deutschland trägt für diese Opfer Erinnerungsverantwortung gegenüber den betroffenen Gemeinden und Familien. Sebastiano Ziliotto ist der einzige Italiener, der im September 1944 nach der „Operation Piave“ der deutschen Wehrmacht in KZ Neuengamme verschleppt wurde und dort ums Leben kam. 

Leider ist bisher kaum etwas über Sebastiono Ziliotto bekannt. Das gilt für seinen Geburtsort, aber auch seinen Todesort. In den italienischen Publikationen zu den NS-Opfer vom Monte Grappa wird das KZ Neuengamme als Todesort von Sebastiano angegeben. Als Todestag wird vom 1. Mai 1945 gesprochen. Zu diesem Tag war das KZ Neuengamme schon längst von der SS geräumt wurden, so dass diese Angaben nicht stimmen können. 

Die Menschen aus dem KZ Neuengamme  Menschen wurden ab Mitte April 1945 in verschiedenen Lager deportiert:

12.–18. AprilSandbostel (Stalag X B)ca. 9.000–9.500 Männer
19.–20. AprilBergen-Belsen / verschiedene Transporteweitere Häftlinge
Ende AprilLübeck → Schiffe Cap Arcona, Thielbek, Athenüber 9.000

Wo Sebastiano Ziliotto und wann genau ums Leben gekommen ist, wird man nicht mehr ermitteln können. Das die KZ-Gedenkstätte Neuengamme ihn nicht in ihrem Online-Totenbuch auflisten wollte, weil es keine Sterbeurkunde gab, erscheint sehr fragwürdig. Jetzt wurde sein Namen nachträglich aufgelistet, mit dem Zusatz „verschollen“. Die zuständige Gemeinde in Italien, Piave del Grappa in der Provinz Treviso, hat für ihn jetzt eine Sterbeurkunde erstellt.

Sebastiano Ziliotto wurde in Crespano del Grappa am 17. Mai 1924 geboren. Seine Eltern waren María Muntanier und Giacomo Ziliotto.

Aus weiteren italienischen Unterlagen ergab sich, das auch Egidio Ziliotto (geb. 3.3.1923 in Crespano,  gestorben 6.6.1945 im KZ Dachau) und Zeferino Ziliotto (geb. 1.7.1924 in Crespano, zeitweise in Überlingen, gestorben 12.3.1945 im KZ Dachau) zu den NS-Opfern aus Crespano del Grappa gehörten. In wie weit es sich um Brüder oder Verwandte handelt, ist zur Zeit unbekannt. 

Sebastiano wurde als Landarbeiter bezeichnet. Er wurde am 22. September 1944 in Crespano del Grappa verhaftet und kam ins so genannte Durchgangslager Bozen.

Von dort wurden er und die anderen am Monte Grappa verhafteten Männer ins KZ Dachau verschleppt. Am dem 9. Oktober 1944 musste er im KZ Dachau leben. Am 22. Oktober 1944 kam er mit weiteren Italiener ins KZ  Neuengamme, wie seine „Häftlingskarte“ belegt.

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