Marc Schemmel auf Veranstaltung im „Geschichtsort Stadthaus“ am 29. Oktober 2026

Ausführungen von Marc Schemmel, Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft zu Beginn der Veranstaltung am 29. Oktober 2026 im „Gedenkort Stadthaus“ zu den Italiener:innen im KZ Neuengamme und den NS-Opfer am Monte Grappa:

Rund 1.200 italienische Häftlinge waren im KZ Neuengamme inhaftiert, darunter etwa 100 Frauen. Viele waren Antifaschisten, Partisanen der Resistenza oder Menschen, die sich dem faschistischen Regime widersetzt hatten. Sie wurden deportiert, zur Zwangsarbeit gezwungen und ihrer Freiheit beraubt. Viele überlebten die Haft nicht.

Die Erinnerung an diese Menschen wachzuhalten und ihre Lebensgeschichten sichtbar zu machen, ist eine wichtige Aufgabe. Dafür habe ich der ANPI-Gruppe, der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte und allen gedankt, die sich hier dafür einsetzen, dass die Geschichten der Verfolgten erforscht und an kommende Generationen weitergegeben werden.

Für mich hat diese Erinnerungsarbeit natürlich auch eine persönliche Geschichte, da unsere Großeltern Ruth und Herbert Schemmel die Konzentrationslager Neuengamme, Sachsenhausen und Ravensbrück überlebten, wichtige Zeugen der Verbrechen in den Konzentrationslagern waren und sie sich nach dem Krieg für ein würdiges Gendenken und dafür einsetzten, dass die Verbrechen nicht in Vergessenheit gerieten

Gerade heute, da rechtsextreme und rechtspopulistische Kräfte wieder an Einfluss gewinnen, ist das aktueller denn je. Die Geschichte zeigt uns, wohin es führen kann, wenn Menschenverachtung unwidersprochen bleibt, wenn demokratische Grundwerte Schritt für Schritt ausgehöhlt werden und vor allem, wenn zu viele glauben, das alles gehe sie nichts an.

In der Politik aber natürlich auch in unserem Alltag müssen wir für Menschenwürde, Demokratie und eine offene, solidarische Gesellschaft eintreten.

Vielen Dank an alle, die sich mit ihrer Arbeit dafür einsetzen, dass die Geschichten der Verfolgten nicht vergessen werden.

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