Heute findet im Italienischen Kulturinstitut Hamburg, Hansastraße 6, um 19 Uhr eine Veranstaltung mit Dr. Carlo Gentile zum Thema „NS-Täter in Italien zwischen 1943 und 1945“ statt.

Carlo Gentile ist Historiker und forscht am Martin-Buber-Institut für Judaistik der Universität zu Köln. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die deutschen Kriegsverbrechen im besetzten Italien, die nationalsozialistische Besatzungspolitik und die Strukturen der Täterschaft während der Jahre 1943 bis 1945.
Seit Jahrzehnten beschäftigt sich Gentile mit den Verbrechen deutscher Truppen in Italien. 2012 veröffentlichte er seine Dissertation unter dem Titel „Wehrmacht und Waffen-SS im Partisanenkrieg. Italien 1943–1945“. 2009 wurde er als Mitglied in die Deutsch-Italienische Historikerkommission berufen.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist das Forschungs- und Vermittlungsprojekt „NS-Täter in Italien 1943–1945“, das unter seiner wissenschaftlichen Leitung steht.

Das mehrsprachige Projekt untersucht die Perspektive der Täter und widmet sich damit einem Aspekt der Aufarbeitung deutscher Kriegsverbrechen in Italien, der lange Zeit weniger Beachtung fand. Es dokumentiert Biografien, Tatorte und historische Zusammenhänge und bereitet die Ergebnisse digital auf. Damit leistet es einen Beitrag zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Massakern und ihrer Erinnerungsgeschichte in Deutschland und Italien.
